Tino Eisbrenner

HAUSBOOT

Album: Die letzten heiligen Dinge

VÖ: 24.01.2020

Vor über 10 Jahren brach das HAUSBOOT erstmals in die unruhigen Gewässer der deutschsprachigen Popmusik auf…an Bord zwei Musiker, im Alter zwar fast ein Jahrzehnt auseinander, aber jeder mit einem musikalischen, künstlerischen und menschlichen Erfahrungsschatz, der schon 2008 für jeweils zwei Leben hätte reichen können.
Der Eine kommt aus dem Osten, der Sänger und Text-Dichter TINO EISBRENNER; der Andere aus dem Westen, der Komponist und Multi-Instrumentalist HEINER LÜRIG.
Aber eigentlich spielte die Herkunft der beiden Musiker nur eine sehr untergeordnete Rolle bei der Gründung ihres gemeinsamen Bandprojektes. Sicher bei der Auswahl von Text-Themen, geprägt von unterschiedlichen Lebenswegen und kulturellen Einflüssen, ihre jeweilige Sicht auf die Veränderungen und Schwierigkeiten der deutschen Wiedervereinigung.
Doch zu allem was sie in ihrem bisherigen künstlerischen Leben gemacht und ausprobiert haben…und das ist wirklich viel, steht schon jetzt als Fazit für HAUSBOOT fest: Da haben sich zwei kongeniale Partner gefunden, da wuchs zusammen, was zusammen gehört.
Geprägt sind Beide von der WELT-Musik im besten Sinne des Wortes.
Der STING- und BRECHT-Fan Tino Eisbrenner, der Mitte der 80er Jahre in der DDR mit der Band JESSICA und Hits wie „Der Spieler“ und „Ich beobachte Dich“ beinahe über Nacht berühmt wurde, hat sich in vielen Genre ausprobiert: als Theaterdarsteller mit eigenen Brecht-Abenden (u.a. mit „Alles was Brecht ist“) und einem Tucholsky-Programm, hatte 1995 seine Chanson-Phase, gründete mit Musiker-Freunden das Weltmusik-Projekt DER WILDE GARTEN…und reiste Anfang der 2000er Jahre mehrmals nach Chile, wo er u.a. die Mapuche-Indianer besuchte.
Seinen späteren HAUSBOOT-Kollegen Heiner Lürig lernte Tino bereits 1993/94 kennen, als dieser mit seinem damaligen Partner HEINZ RUDOLF KUNZE das Eisbrenner-Solo-Album „Willkommen in der Welt“ produzierte.
Heiner Lürig, der aus Hannover stammt, begann 1985 seine Zusammenarbeit mit Heinz Rudolf Kunze und komponierte einige seiner größten Hits…“Mit Leib und Seele“, „Finden Sie Mabel“, „Alles was sie will“…Lürig schrieb auch für andere Künstler, u.a. HERMAN VAN VEEN oder REINHARD MEY, arbeitete erfolgreich als Musical-Komponist und Produzent.
2008 beschlossen Tino Eisbrenner und Heiner Lürig, HAUSBOOT zu gründen und nahmen gemeinsam mit vier seelenverwandten Musikern ihr erstes Album „strom ab“ auf…2017 folgte „Fluss der Zeit“ und am 24. Januar 2020 mit „Die letzten heiligen Dinge“ nun also ihr dritter Streich.
Entstanden ist es in der gewohnten Arbeitsteilung, mit der Musik von Heiner Lürig und den Texten von Tino Eisbrenner.
In 11 Songs werden 11 Geschichten erzählt…und hinter jeder Poesie der Worte stecken die ernst zu nehmenden Gedanken und Sorgen erwachsener Männer und Väter über den fragilen Zustand der Welt.

In den letzten wilden Flüssen
Wird unbemerkt verklingen
Was wir längst schon nicht mehr wissen
VON DEN LETZTEN HEILIGEN DINGEN

Gleich im ersten Song des Albums, „Manege frei. Löwenhunger“ wird klar, wohin die Reise geht. Es gibt nicht immer leichte, manchmal auch gar keine Antworten,
zum Beispiel auf die Frage an unseren Helden aus der Jugend, Nobelpreisträger BOB DYLAN:

Womit hat die Zeit, die uns geboren
sein Poetenherz verloren

Die Antwort weiß nicht einmal der Wind.

Abschied und Sehnsucht sind weitere Metaphern für das, was dieses Hausboot immer weiter treibt…oder wie Heinz Rudolf Kunze es ausdrückt:
„Ein Hausboot treibt stromab…aber was darauf getrieben wird, schwimmt gewissermaßen durchaus gegen den Strom. Es ist ein Fluss der Wiederkehr - der Wiederkehr von fast schon für ausgestorben gehaltenen Gedanken, Gefühlen und Tönen…Zwei Kapitäne…zwei Männer mit Geschichte, mit Geschichten. Dazu noch ein paar Leichtmatrosen mit musikalischem Tiefgang. Mögen die Menschen an den Ufern ihre Ohren spitzen und dem lauschen, was da vom Wasser herüber weht.“

Auch an der Musik kann man sich berauschen, in den leisen wie den wilderen Tönen. Der instrumentale Mix aus Gitarren, Piano, Mundharmonika, Orgel, Bass, Pedal- und Lap Steel, Mandoline, Akkordeon, Schlagzeug und Perkussion sucht seinesgleichen.
In keinem Song zu viel, in keinem Song zu wenig.

Die erste Single, „Komm so leise wie der Schnee“, passt gut zu den ersten Winterwochen, wo das Hausboot noch am Ufer liegt.
Ab 24. Januar 2020 aber heisst es: Leinen los…für dieses wunderbare Ganz-Jahres-Album !

Wolfgang Martin
Dezember 2019



 

Infos

Datum:
Sa, 26.09.2020, 20.00 - 22.00 Uhr
Abendkasse:
22 €
(Bei Erwerb über VVK fallen Systemgebühren an.)

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